24. September 2017: "Wo du gehst, da will auch ich hingehen" - Fotoausstellung in der Kirche St. Maria Meckenbeuren

 

Das Thema "Demenzerkrankung" stand am 24. September 2017 im Focus eines beeindruckenden wie nachdenklich machenden Gottesdienstes, den Pfarrer Josef Scherer und Diakon Michael Hagelstein im Rahmen des Welt- Alzheimertages mit zahlreichen Gläubigen feierten. Im Anschluss daran eröffnete die Geschäftsführerin der Sozialstation Tettnang, Cordula Geiger, die Fotoausstellung "Wo du gehst, da will auch ich hingehen". Für Pfarrer Josef Scherer war der Gottesdienst Zeichen enger Verbundenheit der kirchlichen Sozialstation mit der Kirchengemeinde St. Maria und zugleich eine Möglichkeit, die Aufgaben und Leistungen der Sozialstation aufzuzeigen. Der festliche Gottesdienst wurde von Mitarbeiterinnen der Demenzbetreuungsgruppe mitgestaltet. Sie berichteten denn auch zunächst über Erlebnisse bei ihrer Arbeit sowie über die Demenzerkrankung selbst und die damit verbundene Not bei den Patienten wie Angehörigen. Die Demenzerkrankung spiele in unser aller Leben hinein, sie treffe uns als Beziehungswesen, so Diakon Michael Hagelstein in seiner sehr beeindruckenden Predigt. Es sei gut zu wissen und zu erfahren, dass man diese Last nicht alleine tragen müsse und dass man von dem getragen sei, der jedem Menschen eine einmalige und unverlierbare Würde schenke. Die Ausstellungseröffnung im Vorraum der Pfarrkirche St. Maria wurde von der Veeh-Harfengruppe der Musikschule Tettnang musikalisch gestaltet. Die Fotoausstellung "Wo du gehst, da will auch ich hingehen" selbst wurde anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Demenzbetreuungsgruppe Tettnang von Cordula  Geiger und der Fotografin Christa Thoma konzipiert. "Für die Betroffenen und deren Angehörigen sei es verständlicherweise nicht einfach, mit der Erkrankung an die Öffentlichkeit zu gehen, so Cordula Geiger. Umso mehr sei man denen, die mitgemacht hätten, dankbar. "Niemand sollte in unserer Zeit das Gefühl haben, sich für diese Krankheit entschuldigen oder gar verstecken zu müssen", so die Demenzbeauftragte der Tettnanger Sozialstation. Mit einem Gedicht von Herbert Bell beschloss Cordula Geiger die Eröffnungsfeier. Der Schriftsteller aus Götzis in Vorarlberg war eigens zur Ausstellungseröffnung nach Meckenbeuren gekommen und herzlich begrüßt worden. Über Jahre hinweg hatte er selbst seine an Demenz erkrankte Frau gepflegt und aus dieser Erfahrung heraus berührende und zu Herzen gehende Gedichte geschrieben.

 

Text und Fotos: Karl Gälle