15. Mai 2015: Trotz Dauerregen wird der Blutfreitag wieder zu einem beeindruckenden Erlebnis.

 

Die Heilig-Blut-Verehrung, das Gebet und die Bitte um den Segen für Feld und Flur sowie gedeihliches Wetter sind seit eh und je Grundintentionen der Reiterprozession in Weingarten. Bedenkt man, dass die Natur auch den Regen braucht, so relativieren sich die Klagen so manchen Pilgers und Reiters über den Dauerregen am vergangenen Blutfreitag. Pfarrer Peter Dückers, der zusammen mit Pfarrer Andreas Gälle die Meckenbeurer Blutreitergruppe begleitete, hatte schon bei seinem Festgruß am Himmelfahrtstag den schlechten Wetterprognosen getrotzt: „Bei gutem Wetter kann jeder reiten“. Mit 27 Blutreitern und sechs Ministranten, eskortiert von ihrer Musikkapelle, gaben die Meckenbeurer an 73.Stelle der Prozession ein stattliches Bild ab. Auch Bürgermeister Andreas Schmid ritt heuer bei der Meckenbeurer Gruppe mit. Die Blutreitergruppe Kehlen wurde von Pfarrer Josef Scherer und den Kehlener Musikern begleitet, während die Musikkapelle Brochenzell mit der Gruppe Liebenau mit geistlicher Begleitung durch Vikar Kilian Krug durch die Stadt zog. Für seine 40-jährige Teilnahme bei den Meckenbeurer Blutreitern wurde nach Abschluss der Reiterprozession Vinzenz Bernhard jun. geehrt. Bereits als Siebenjähriger saß der Jubilar beim Weingartner Blutritt auf dem Pferd, zunächst als Ministrant. Dies ist wenig verwunderlich, ist der Blutfreitag und die Blutreitergruppe Meckenbeuren doch fester Bestandteil im Jahreskreis der Familie Bernhard in Brugg. So stand Vinzenz Bernhard sen. über Jahrzehnte der Meckenbeurer Blutreitergruppe vor. Auf die Frage, warum er sich so für den Blutritt in Weingarten engagiere, antwortete der Jubilar ebenso klar wie überzeugend: „Als Kind wurde ich einfach zum Blutritt mitgenommen und als Erwachsener darf man ja auch zeigen, was man glaubt“. Seit nunmehr vier Jahren ist Vinzenz Bernhard als Schriftführer im Vorstand der Blutreitergruppe Meckenbeuren und leitet diese zusammen mit seinem Bruder Hubert sowie Stephan Brendle. Eine Ehrenurkunde sowie ein Geschenk der Blutreitergruppe für 50ig-malige Teilnahme als Musikant erhielt Albert Pihlar überreicht.

Fotos: Karl Gälle